Facebook oder Instagram?

Ein kleiner Leitfaden für die Platzhirsche der Social-Media-Welt

Facebook und Instagram sind die beiden heißesten Social-Media-Plattformen auf der ganzen Welt. Solange es sie gibt, solange wurden Abgesänge auf die Plattformen gehalten und mal die eine, mal die andere totgesagt. Wäre es also klug, sich diesem Anschein zu ergeben und auf ein Engagement im Social-Media-Bereich zu verzichten? Ein Gedanke, dem monatlich 3 Milliarden Nutzer hüben und etwa 1,5 Mrd. Nutzer drüben widersprechen.

Deutschland ist in der Top10 der weltweiten Nutzer von Instagram. Drei von fünf Deutschen sind lt. statista.de bei Facebook angemeldet, jeder Zweite bei Instagram. Die Frage kann also nicht sein, ob Sie Teil dieser Welt werden wollen, sondern wie.

Statistic: Leading countries based on Instagram audience size as of January 2022 (in millions) | Statista
Quelle Statista

1. Unterschiedliche Inhalte

Schauen wir zunächst auf die Social-Media-Plattform Facebook. Bei ihr stehen die informellen Inhalte klar im Vordergrund. Hier lassen sich Informationen über Unternehmen finden, Öffnungszeiten, Adressdaten und anstehende Events. Facebook ist mit Texten groß geworden und die Möglichkeit über Texte Inhalte zu vermitteln ist der am meisten zu beachtende Unterschied zwischen Facebook und Instagram.

Mit Facebook
– haben Sie mehr Raum, um Informationen zu übermitteln
– können Sie zeitlich eine größere Spanne abbilden (ankündigen, archivieren, erinnern, nachfassen, zurückblicken)
– können Sie leicht eine Community ins Leben rufen, moderieren und pflegen

Bei Instagram liegt der Fokus auf den Bildern. Die ganze Plattform ist darauf ausgelegt, Momente festzuhalten und zu teilen. Bilder bringen eine Botschaft schnell auf den Punkt und wecken Emotionen. Und danach sind Instagram-Nutzer auf der Suche. Eine effektive Möglichkeit, Ihre Marke mit Leben zu füllen und Herzen zu erobern. Niemand startet Instagram, um sich nach Öffnungszeiten zu erkundigen. Hier wird man direkt mit Bildinhalten konfrontiert. Das Kernelement ist klar visuell emotionalisiert.

Mit Instagram
– haben Sie die Möglichkeit verschiedene Stilmittel zu nutzen, um Ihre Zielgruppe per Videos (Reels), Stories oder Postings zu erreichen
– legen Sie den Fokus auf bebilderte Kernbotschaften
– ist es einen Tacken schwieriger, Ihre verschiedenen Veröffentlichungen gezielt bei den selben Nutzern zu platzieren (also Zahl der Kontakte zu erhöhen)

2. Inhalte pflegen

Auf Facebook behalten Sie Ihre Inhalte jederzeit im Blick und können diese – auch nachträglich – bearbeiten, korrigieren, ergänzen. Gleichzeitig ist es möglich, Inhalte anderer Quellen auf Facebook zu platzieren oder diese zu bewerben. Blogbeiträge werden verlinkt, Videoinhalte von TikTok geteilt, Zeitungsartikel als Beleg einer Aussage hinzugefügt. Alles kein Thema auf Facebook.


Auf der anderen Seite hält es Instagram eher mit (originellen) Originalen. Fotos und Videos lassen sich höchstens innerhalb der App teilen und replizieren. Externe Inhalte zu verbreiten, wird gezielt erschwert. Bestes Beispiel ist die 1-Link-Politik auf Instagram. Mehr Verknüpfungen lassen sich nicht in Ihrem Profil angeben (Tipp: LinkTree), in Beiträgen schon gar nicht

3. Infos zu Ihrem Unternehmen/Verein

Haben Sie Neuigkeiten oder Ankündigungen rund um Ihr Unternehmen oder Ihren Verein? Dann ist Facebook die 1. Wahl! Hier zählen Texte noch etwas, hier werden Texte am ehesten gelesen. Manche sogar bis zum Schluss! Kündigen Sie den diesjährigen Betriebsurlaub im Vorfeld an, berichten Sie über die anstehende Jubiläumsfeier oder die Jahreshauptversammlung. Schließen Sie wegen Umbauarbeiten? Posten Sie es vorher bei Facebook!


Das anschließende Baustellen-Tagebuch, die Bilder der Preisverleihung oder die schönsten Urlaubserinnerungen der Mitarbeiter gehören auf Instagram. Erkennen Sie den Unterschied?

4. Events und bedeutende Veranstaltungen

Sie richten eine große Feier aus oder sind Gastgeber einer Veranstaltung? Da ist sie, die großartige Chance, Inhalte für Instagram zu generieren! Sie können die Eindrücke live über die Plattform teilen und so Ihrer Social-Media-Community alles direkt miterleben lassen. Näher kann man Ihnen nicht sein, ohne direkt bei Ihnen zu sein.

Erstellen Sie nach der Veranstaltung ein Fotoalbum mit den schönsten Erinnerungen auf Facebook.

5. Fotowettbewerbe

Fotowettbewerbe leben von ihrer Beteiligung. Und wie wir wissen, ist Instagram das Nonplusultra, in Bezug auf Mitmachen und Beteiligen. Nutzen Sie Instagram als Ihre Plattform, um den Wettbewerb zu moderieren und kreieren Sie einen eigenen #hashtag, um stilvoll Gemeinschaft zu erzeugen. Dieser dient Ihnen auch dazu, alle Beiträge zu Ihrem Wettbewerb im Blick zu behalten.

Durch das Setzen von #hashtags erweitern Sie Ihre Reichweite, steigern die Kontaktzahl und behalten ihr gesetztes Thema im Blick.
#Hashtags helfen Ihnen, Beiträge Ihrem Projekt/Event/Unternehmen zuzuordnen oder auf der Plattform im Blick zu behalten


Auf Facebook können Sie auf den Fotowettbewerb auf Ihrem Instagram-Account hinweisen. Animieren Sie Ihre Facebook-Nutzer (die sehr wahrscheinlich auch einen Instagram-Account haben) Ihnen zu folgen und sich am Fotowettbewerb zu beteiligen. Ein in Aussicht gestellter Preis dürfte den Zulauf beflügeln – genau wie die Option, per FB-Ads darauf hinzuweisen.

6. Welche Plattform erreicht welche Zielgruppe?

Kommen wir zum wohl wichtigsten Tipp dieser Liste und damit zu der Frage, wen Sie wo erreichen können.
Auf Instagram sind vornehmlich jüngere Nutzer und, mit Verlaub, Selbstdarsteller anzutreffen. Sie genießen die Aufmerksamkeit, welche ihre Aufnahmen erzeugen. Diese „Youngster“ sind vornehmlich im jungen oder mittleren Erwachsenenalter. Berücksichtigen Sie dies, wenn Sie überlegen, hier Werbung zu schalten! Facebook hingegen hat die Jugendtage hinter sich. Hier tummeln sich jene, aus den Anfangstagen Plattform und jene, die einige Jahre Anlauf gebraucht haben, ebenfalls mit einzusteigen. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Ansprache auf Facebook vor allem auf Erwachsene mittleren Alters.

  • 60% der Instagram Nutzer sind zwischen 18-34 Jahre alt. Die Hälfte hiervon 18-24 Jahre, die andere Hälfte 25-34.
  • Facebook Nutzer sind etwas älter: 22% der Nutzer sind 18-24 Jahre alt, 21% sind 25-34 Jahre alt. Folglich hat Facebook einen signifikanten Anteil an Nutzern, die 35 Jahre und älter sind.

7. Wie funktionieren die Algorithmen von Facebook und Instagram?

Facebook und Instagram nutzen beide starke und fortgeschrittene Algorithmen, um sicherzustellen, dass die interessanten Inhalte von ihren Nutzern gefunden werden. So werden Videobeiträge und Fotoposts stets besser auf Instagram abschneiden als reine Text-Postings, so schön sie auch gestaltet sind. Das hängt mit der ursprünglichen Ausrichtung der Plattform als visuelles Medium zusammen.

Facebook hingegen verfügt über eine stärkere Affinität zu Inhalten mit Text. Hier lassen sich auch erklärende Passagen hinzufügen und wirken oftmals eher förder- denn hinderlich für den Erfolg des Postings.
Zuletzt hat Facebook seine Werbepolitik weiter geöffnet, so dass immer mehr Anzeigen direkt in der Timeline der Nutzer auftauchen. Dadurch vermischen sich Inhalte von Nutzern mit Werbeanzeigen. Dies führt zwangsläufig dazu, dass Nutzer eher irritiert, denn interessiert durch die Beiträge scrollen.

8. Social Media als Werbeplattform?

Beide Meta-Plattformen bieten selbstverständlich die Möglichkeit, Werbung zu schalten. Doch sollten Sie ganz genau überlegen, für welche Plattform Sie sich entscheiden. Wir helfen Ihnen gerne mit folgenden Tipps.
Prüfen Sie Ihre Werbebotschaft auf ihre Komplexität. Je mehr Sie erklären müssen, desto eher benötigen Sie Text, desto klarer sollte die Entscheidung für Facebook ausfallen. Zwar sollte auch bei einer Facebook-Anzeige das Bild den überwiegenden Teil Ihrer Anzeige beherrschen, von der strikten „20% Text / 80% Bild-Regel“ ist die Plattform jedoch inzwischen abgerückt. Maximal 20% Text spricht sie nur noch als Empfehlung aus. Facebook bleibt dennoch ein eher konservatives Medium. Hierher kommen die Nutzer, um zu schauen, was ihre Freunde treiben, holen sich Informationen aus ihrer Region, schauen nach Ausflugstipps für die Familie oder Kochtipps. Sie bringen also bewusst mehr Zeit mit bei ihrem Besuch.
Genau das unterscheidet sie von den Insta-Usern. Sie suchen in erster Linie Zerstreuung und setzen sich gewollt einem schnellen Wechsel von visuellen Eindrücken aus. Stets auf der Suche nach etwas Interessantem. Die Aufmerksamkeitsspanne ist derart kurz, dass für Texte kaum Zeit ist. Umso klarer müssen die Werbebotschaften gefasst werden (Kaufe! Gewinne! Spiele!). Konfrontieren Sie die Nutzer hier kurz und knapp mit dem, was Sie sich von ihm wünschen.

9. Emotionen wecken!

Woran denken Sie, wenn Sie an Ihre Facebook-Timeline denken? Vielleicht Berichte über Besuche von Lokalpolitikern in Ihrer Nähe, Nachrichten über Pandemie und Krieg, entlaufene Katzen oder zugeflogene Vögel. Oder steht wieder irgendwo eine Wahl an?

Instagram ist deutlich entspannter und unbeschwerter. Hier sind die Nutzer unterwegs, um sich eine kleine Portion Vanilleeis zu gönnen, sie suchen den kleinen Wildberry-Lillet des Alltags, sie hoffen Inspiration zu finden, die ihr Leben bunter macht. Das ist der Grund, wieso es Instagram-Profile von Haustieren (!) mit zehntausenden Followern (!!) gibt.
Das bringt uns zu einem weiteren Punkt: Sehen Sie Instagram eher als die unbeschwerte Onlinewelt, in welcher harmonische Aspekte belohnt werden. Berücksichtigen Sie dies bei Ihren Anzeigen. Die Nutzer sind eher bereit, mit Ihnen in Kontakt zu treten und im besten Fall Geld auszugeben, sie sind freundlicher und geben eher positive Rückmeldungen.

Vor all diesen Hintergründen können Sie nun eine belastbare Entscheidung treffen, welche Plattform die richtige für Ihr Unternehmen, Ihre Bildungseinrichtung, Ihre Praxis oder Ihren Verein ist. Oder weshalb Sie beide Plattformen bespielen sollten. Zu guter Letzt: bitte unterschätzen Sie nicht den Aufwand für das Medium „Soziale Medien“.

„Ein Filmchen“ online zu stellen, dauert doch höchstens „ein Stündchen“.

Mit einer solchen Einstellung sollten Sie nicht mehr als ein „Erfölgchen“ erwarten. Die Hoffnung auf einen Schnellschuss, welche viral geht, gleicht einem Lottospiel. Natürlich sind die erfolgreichen Schnellschüsse weltweit bekannt, die millionenfachen Rohrkrepierer hingegen nicht. Professionelle Arbeit mit dem Social-Media-Bereich jedoch minimiert die Fehlschläge und sorgt nahezu verlässlich für eine kontinuierliche Steigerung der Reichweite und Kontakte.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Patrick Pröbsting

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